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Jörg Thiel

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Nahrungsergänzungsmittel – Vitamine. Hilfreiche Tipps für einen sinnvollen Einsatz.

Woher wissen Sie, welche Vitamine Sie wirklich benötigen? Nur weil die Werbung das „Blaue vom Himmel“ verspricht? Die Packungen so nett in der Apotheke oder im Drogeriemarkt aussehen? Weil Ihr Arzt gesagt hat, Sie sollten da mal was nehmen? Hier kann man als Laie schnell die Übersicht verlieren und viel Geld los werden, ohne einen nennenswerten Effekt zu erzielen oder gar etwas kontraproduktives erreichen.

Im folgenden Artikel gebe ich Ihnen eine kleine Übersicht über die 13 verschiedenen Vitamine und was es bei ihnen zu beachten gilt.

WICHTIG bei allen Vitaminpräparaten:  Die empfohlene tägliche Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden. Die Produkte dienen nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung sowie für eine gesunde Lebensweise. 

Wasser- oder fettlöslich? Eine wichtige Frage!

Man unterscheidet zwischen wasser- und fettlöslichen Vitaminen.

Bei wasserlöslichen Vitaminen kann man in der Dosierung so gut wie nichts falsch machen, da überschüssiges Vitamin vom Körper über den Urin wieder ausgeschieden wird. Diese sind vom Körper somit auch nicht speicherbar und müssen in regelmäßigen Abständen (täglich) zugeführt werden.

Eine Ausnahme ist hier nur Vitamin B12, dieses wird in der Leber gespeichert und kann sich somit auch anreichern.

Bei den fettlöslichen Vitaminen sieht es anders aus. Diese werden vom Darm zusammen mit Fette absorbiert. Daher sollten fettlösliche Vitamine auch immer gemeinsam mit guten Fetten (z.B. Leinöl) eingenommen werden. Bei einer Überdosierung werden diese Vitamine in der Leber ober den Fettdepots des Körpers sowie dem Blutplasma eingelagert bzw. angereichert. Auf der einen Seite ist so eine tägliche Einnahme nicht nötig, auf der anderen Seite ist aber eine Überdosierung möglich. Daher dürfen Sie hier auf die zugeführte Menge achten.

In der folgenden Abbildung können Sie die Zuordnung der Vitamine sehen. Die fettlöslichen Vitamine können Sie sich gut mit der Eselsbrücke EDeKA merken (Vitamin E, D, K und A).

Übersicht Vitamine
Unterteilung Wasser- und Fettlösliche Vitamine

Alle Vitamine sind essentiell, d.h. sie sind vom menschlichen Körper nicht selber herzustellen und müssen von außen zugeführt werden. Einzige Ausnahme ist das Vitamin D, das über die Haut durch die Einstrahlung von Sonnenlicht gebildet werden kann.

Aus meiner Sicht ist es ratsam, vor einer Supplementierung von Vitaminen den aktuellen Status vom Arzt bestimmen zu lassen und mit ihm gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.

Die wasserlöslichen Vitamine

Vitamin B1 (Thiamin)

  • Funktion: Nötig bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydrate aus der Nahrung in Energie. Unentbehrlich bei verschiedenen Nervenfunktionen. Auch Stimmungsvitamin genannt.
  • Quellen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch, Fisch, Gemüse (z.B. Kartoffeln, Spinat) und Walnüsse.
  • Bedarf: Die Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) liegt bei 1 mg für Frauen und ca. 1,2 mg für Männer.
    Augenscheinlich sichert eine ausgewogene Ernährung in Deutschland eine ausreichende Versorgung. Jedoch hemmen einige Lebensmittel wie Kaffee, schwarzer Tee und roher Fisch die Aufnahme von Vitamin B1. Zudem können Erkrankungen der Leber sowie chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn die Aufnahme von Vitamin B1 behindern. Insbesondere können die hohen Verluste durch Erhitzung bei der Zubereitung zu einem Mangel an Vitamin B1 führen.
  • Symptome bei Mangel: Müdigkeit, Gedächtnisprobleme und abnehmende körperliche sowie Leistungsfähigkeit. Zudem wird ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Thiaminversorgung vermutet.
  • Symptome bei Überdosierung: Kopfschmerzen, Hautveränderung, Juckreiz, Schweißausbrüche und in seltenen Fällen Benommenheit.
  • Verarbeitung: Sehr hitzeempfindlich (schon blanchieren reicht), geht beim Kochen ins Wasser über, Sulfite (E220 – E228) zersetzen das Vitamin B1, lange Lagerung reduzieren den Gehalt an B1 deutlich.
  • Hinweis: Aufgrund der hohen Verlust an Vitamin B1 durch hohe Hitze in der Zubereitung ist auf schonendes garen zu achten und ggf. eine Supplementierung notwendig. 

Vitamin B2 (Riboflavin)

  • Funktion: Zentrale Rolle im Eiweiß- und Energiestoffwechsel.
  • Quellen: Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Gemüse (z.B. Brokkoli, Grünkohl) und Hefe.
  • Bedarf: Die Empfehlung der DGE liegt im Mittel bei ca. 1,2 mg (Frauen etwas weniger, Männer etwas mehr).
    Eine Versorgung ist nicht durch ein einzelnes Lebensmittel möglich, sondern bedarf eine ausgewogenen Ernährung. Sie ist dann in Europa aber unkritisch. Zu einer Unterversorgung kann es in der Regel nur bei Schwangeren und Alkoholkranken kommen.
  • Symptome bei Mangel: Rissige Mundwinkeln, entzündete Mundschleimhäuten und entzündliche Hautveränderungen. 
  • Symptome bei Überdosierung:  keine Beobachtungen, da es nur gering toxisch ist.
  • Verarbeitung: Gegen Hitze unempfindlich, daher sind hohe Temperaturen bei der Zubereitung kein Problem. Es ist auch weniger wasserlöslich als die anderen B-Vitamine, daher geh weniger in das Kochwasser über. Es zersetzt sich aber durch Licht, daher dunkel lagern.
  • Hinweis: Normalerweise keine Supplementierung nötig.

Vitamin B3 (Niacin)

  • Funktion: Wird im Körper für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt (z.B. für die Herstellung von Fettsäuren).
  • Quelle: Tierische Produkte (Fleisch, Fisch und Innereien (insbesondere Schweine- und Kalbsleber)), Pflanzen und Bohnenkaffee.
  • Bedarf: Die DGE gibt als Empfehlung eine Aufnahme von ca. 12 mg (Frauen) und ca 16 mg (Männer) an.
    Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B3 ist in Westeuropa bei einer ausgewogenen Ernährung sichergestellt.
  • Symptome bei Mangel: Appetitlosigkeit, allgemeine Schwäche, im fortschreitenden Stadium die Krankheit „Pellagra“ mit Dermatitis (Entzündungen der Haut), Diarrhoe (Durchfall) und Demenz.
  • Symptome bei Überdosierung: Hautgefäßerweiterung, Blutdruckabfall, erhöhter Harnsäuregehalt, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Leberschädigung (Gelbsucht).
  • Verarbeitung: Wenig empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff. Somit ist Zubereitung und Lagerung kein Problem.
  • Hinweis: Keine

Vitamin B5 (Pantothensäure)

  • Funktion: Nötig für den Aufbau des Coenzyms A, das im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt.
  • Quelle: Innereien, Vollkornprodukte, Avocado, Eier, Nüsse (insbesondere Pinienkerne), Reis, Obst, Gemüse, Milch und Bierhefe.
  • Bedarf: Laut DGE ist ein Bedarf von 6 mg pro Tag empfehlenswert. Dieser wird bei einer ausgewogenen Mischkost über die Nahrungsaufnahme gedeckt. Eine Unterversorgung mit Vitamin B5 kann bei Darmerkrankungen, Alkoholmissbrauch oder chronischen Entzündungen auftreten.
  • Symptome bei Mangel: Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, taube oder schmerzenden Muskeln, Magenschmerzen, Anämie (Blutarmut) oder eine Immunschwäche auftreten. Hinweis auf einen Vitamin B5-Mangel kann auch das sogenannte „Burning-Feet-Syndrom“ sein, bei dem zuerst Kribbeln und Taubheit in den Zehen gefolgt von Brennen und Stechen in den Füßen auftreten.
  • Symptome bei Überdosierung: Leichte Darmstörungen, Durchfall
  • Verarbeitung: Vitamin kann in das Kochwasser übergehen.
  • Hinweis: Keine

Vitamin B6 (Pyridoxin)

  • Funktion: Wichtig im Aminosäurestoffwechsel, beteiligt als Cofaktor in der endogenen Häm-Synthese, zudem ist es am Abbau der tierischen Stärke (Glycogen) beteiligt.
  • Quellen: Fleisch (Hühnerfleisch, Rinderfilet, Schweinefleisch und Leber), Fisch (Sardine, Makrele), Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse (Kartoffeln, Brokkoli, Rosenkohl, Spinat, Tomaten), sowie in Wal- und Erdnüsse.
  • Bedarf: Die DGE empfiehlt für Frauen 1,2 mg und für Männer ca. 1,5 mg pro Tag. In Deutschland ist ein Mangel an Vitamin B6 bei einer ausgewogenen Ernährung kaum möglich.  Zu einem Mangel kann es nur durch chronische Verdauungsstörungen, Arzneimittelinteraktionen (hormonelle Verhütungsmittel) und Alkoholkonsum kommen.
  • Symptome bei Mangel: Schuppender Hautausschlag im Gesicht sowie Entzündungen an Lippen und Mund, Blutarmut, Durchfall und Erbrechen.
  • Symptome bei Überdosierung: Gangstörungen, Reflexausfälle, Dermatitis und Akne (nur bei täglicher Zufuhr von mehr als 50 mg möglich). Es wird vermutet, das das Wachstum von Krebsvorstufen durch das Vitamin gefördert wird (bei +20 mg pro Tag).
  • Verarbeitung: Vitamin B6 ist sehr anfällig für Licht und Hitze. Beim Garen geht das Vitamin leicht in das Garwasser über und wird zersetzt. Daher auf schonende Zubereitung achten.
  • Hinweis: I.d.R. keine Supplementierung nötig.

Vitamin B7 (Biotin)

  • Funktion: Wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und im Zellkern.
  • Quelle: In vielen unterschiedlichen Nahrungsmitteln enthalten, jedoch meist nur im einstelligen Mikrogramm-Bereich. Die größten Mengen beinhalten Trockenhefe, Rinderleber, Eigelb, Soja, Haferflocken, Walnüsse und Champignons.
    Auch Bakterien im Darm produzieren bei einer intakten Darmflora Vitamin B5 über ihre Ausscheidungen.
  • Bedarf: Die DGE gibt einen Tagesbedarf von 30–60 µg/Tag an.
  • Symptome bei Mangel: Hautstörungen, Depressionen, Mattigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschmerzen, Überempfindlichkeit, Halluzinationen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Haarausfall, brüchige Fingernägel, erhöhte Cholesterinwerte, Störungen der Herzfunktion, Blutarmut, grau-blasse Hautfarbe, Hypotonie (erniedrigter Blutdruck)
  • Symptome bei Überdosierung: Bisher sind beim Menschen keine schädlichen Wirkungen von Biotin in Erscheinung getreten.
  • Verarbeitung: Stabil gegenüber Hitze und Sauerstoff. UV-Licht zersetzt es, daher Dunkel lagern.
  • Hinweise:

Vitamin B9 (Folsäure)

  • Funktion: Ist im menschlichen Stoffwechsel an verschiedene Funktionen wie z.B. der Zellteilung und der DNA-Synthese beteiligt und unterstützt die Wirkung der B-Vitamine.
  • Quelle: Weizenkeime, Rinderleber, (Soja-) Bohnen, Kichererbsen, Hefe, Vollkornbrot, Spinat, Grünkohl, Rosenkohl, Spargel, Nüsse, Obst, Fisch und Eigelb.
  • Bedarf: Die DGE empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 300 µg.
  • Symptome bei Mangel: Blässe, Schwäche, Vergesslichkeit, depressive Verstimmung, Appetitlosigkeit, Durchfall oder Veränderung der Zungen- und Mundschleimhaut.
  • Symptome bei Überdosis: Sehr selten Erregungszuständen, Übelkeit und Störungen des Magen-Darm-Traktes. 
  • Verarbeitung: Hitze- und lichtempfindlich, daher schonend garen und dunkel aufbewahren.
  • Hinweis: Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Tumorrisiko hin, wenn Folsäure in Kombination mit Vitamin B12 eingenommen wird. Daher empfehle ich, Vitamin B9 oder Kombiprodukte getrennt von B12 einzunehmen.

Vitamin B12 (Cobalmin)

  • Funktion: Entscheidend für das gesunde Wachstum von Kindern verantwortlich. Zudem wichtig für die Zellteilung, die Blutbildung und das Nervensystem.
  • Quellen: Tierische Lebensmittel (Leber, Muskelfleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier), ungewaschene Wildkräuter (inklusive Wurzel).
  • Versorgung: Der Referenzbereich liegt bei 200 – 1000 ng/l Blutserum. In Deutschland reicht eine Mischkost aus, da den Schlachttieren B12 supplementiert wird. Veganer und Vegetarier müssen ein entsprechendes Präparat einnehmen.
    Zu einer Unterversorgung kann es bei chronischen Magen-Darm-Krankheiten kommen (chronische Gastritis, Morbus Crohn), einer  Autoimmunerkrankung des Magens, einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse,  oder überhöhtem Alkoholkonsum. Bei den Medikamenten können sogenannte Protonenpumpenhemmer und H2-Rezeptor-Antagonisten die Cobalamin-Aufnahme behindern (z.B. bei Sodbrennen).
  • Symptome bei Mangel: Die Folgen eines Vitamin B12-Mangels werden meist erst Jahre später festgestellt, wenn die Körpereigenen Speicher leer sind. Das erste offensichtliche Anzeichen eines Vitamin B12-Mangels ist die Blutarmut (Anämie). Weiterhin kann es zu einer Erkrankung des Blutbildes und einer Schädigung des Zentralnervensystems kommen.
  • Symptome bei Überdosierung: Lokale allergische Beschwerden, Akne.
  • Verarbeitung:
  • Hinweis: Für Vegetarier und Veganer empfehle ich die durchgängige Einnahme von Vitamin B12. Dabei sollte ein Produkt mit einer Mischung aus Methylcobalamin (vom Körper sofort schnell zu verwerten) und Hydroxocobalmin  (wird deutlich besser für später gespeichert) gewählt werden. Adenosylcobalmin ist eine weitere biologisch aktive Form und somit wünschenswert in dem Zusatz.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

  • Funktion: Schaltet im Körper schädliche freien Radikale aus und hat eine  antioxidative Eigenschaft, die im Immunsystem eine wesentliche Rolle spielt.  Darüber hinaus wird es für eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen benötigt (z.B. Herstellung von Bindegewebe und Bildung bestimmter Botenstoffe und Hormone) und fördert die Aufnahme von Eisen im Darm und hilft, krebserregende Stickstoffverbindungen (Nitrosamine) aus Lebensmitteln unschädlich zu machen.
  • Quelle: Frischem Obst wie Beeren und Zitrusfrüchten sowie einige Gemüsesorten (Kohl, Paprika, Kartoffeln).
  • Versorgung: Laut DGE wird eine tägliche Aufnahme von 95 mg (Frauen) bis 110 mg (Männer) empfohlen.
    Hierzulande ist eine ausreichende Aufnahme bei einer ausgewogenen Ernährung zumeist sichergestellt. Bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen kann es zu einer Unterversorgung kommen, ebenso bei Rauchern, Stillenden oder Personen im Dauerstress.
  • Symptome bei Mangel: Zahnfleischbluten
  • Symptome bei Überdosierung: Durchfall
  • Verarbeitung: Sehr empfindlich gegenüber Hitze und Licht. Essen Sie Obst und Gemüse daher am besten frisch und lagern es dunkel und nicht zu lange. Auf eine schonende Garung achten.
  • Hinweis: Keine

Die fettlöslichen Vitamine

Vitamin A

  • Funktion: Wichtig für die Wachstumsprozesse vieler Zellen, hält Haut sowie Schleimhäute gesund und ist wichtig für die Augen.
  • Quellen: Leber (enthält bereits bei einer kleinen Portion ein vielfaches der Tagesration), Butter, Käse, Karotten, Spinat, rote Paprika, Tomaten, Brokkoli oder Aprikosen.
  • Bedarf: Die Verzehrempfehlung der DGE liegt für Erwachsene im Durchschnitt bei 0,8 bis 1,0 mg (= 2.600–3.300 IE) täglich.
    Entzündungen im Körper, dauerhafter Stress, Rauchen, Alkoholgenuss, cholesterinsenkende Arzneimittel können die Aufnahme von Vitamin A senken, Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion können pflanzlichen Carotinoide nur schlecht in Vitamin A umwandeln.
  • Symptome bei Mangel: Erhöhte Infektionsanfälligkeit, Trockenheit der Haut, Haare, Nägel und Augen, Haarausfall, verringerte Sehschärfe, Lichtempfindlichkeit und Eisenmangel.
  • Symptome bei Überdosierung: Bei einer (längeren) Überdosierung kann zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, erhöhtem Hirndruck, Osteoporose, Vergrößerung von Leber und Milz, Verringerung der Schilddrüsentätigkeit und schmerzhaften Wucherungen der Knochenhaut führen.
    Insbesondere Leber ist durch ihren hohen Gehalt an Vitamin A bei häufigem Verzehr als problematisch zu betrachten.
  • Verarbeitung: Hitze, Licht und Sauerstoff schaden Vitamin A. Daher immer ungeschält oder verpackt, dunkel im Kühlschrank lagern. Schonend garen. Die Kochverluste liegen zwischen 10 und 30 Prozent.
  • Hinweis:

Vitamin D - Das Sonnenvitamin

  • Funktion: Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut, Knochenaufbau, intern steuernde (autokrine) Funktion. Wichtigster Vertreter das Vitamin D3.
  • Quelle: Vitamin D ist kein natürlicher Nahrungsbestandteil und kommt nur zu einem gewissen Teil in Fettfisch vor. Der menschliche Körper gewinnt Vitamin D3 durch die UV-B-Anteile im Sonnenlicht über die Haut. Einfluss auf die gewonnen Menge hat z.B. die Lichtintensität, der Sonnenstand,  die Bewölkung, Smog oder Ozon sowie die Hautbeschaffenheit. Fensterglas filtert nahezu alle UV-B-Anteile aus dem Sonnenlicht und  Sonnencreme behindert die Vitamin-D3-Produktion.
  • Bedarf: Die Empfehlungen für die Zufuhr von Vitamin D3 gehen weit auseinander. Generell kann gesagt werden, dass durch unsere moderne Lebensweise eine Produktion über die Haut nur unzureichend stattfindet (Ausnahme sind evtl Straßenbauer und Dachdecker im Sommer). Die aktuellen Empfehlungen gehen von 10 – 15 μg (400 – 600 i.E.) aus. Andere Schätzungen gehen davon aus, das bei einem Erwachsenen mit 80 kg 114 μg (4.600 IE) täglich nötig sind, um einen ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut sicherzustellen (insofern er keiner Sonnenstrahlung ausgesetzt wird.
    Laut AkdÄ (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft) gelten 4.000 IE als sichere Obergrenze pro Tag für Heranwachsende und Erwachsene.
    Lässt man seinen 25-OH-Vitamin-D-Spiegels (Speicherform des Vitamins D3 im Körper) bestimmen, gelten Werte von 30 und 60 ng/ml als ausreichende Versorgung.
  • Symptome bei Mangel: Ein Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis führen, bei Erwachsenen zu Osteomalzie (Knochenerweichung).
    Mögliche Symptome können hier Knochenschmerzen sein, bei Kindern und Jugendlichen auch Knochenverbiegungen.
  • Symptome bei Überdosierung: Bei einer kurzfristigen Vitamin-D-Überdosierung können Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, starker Durst oder Herzrhythmusstörungen auftreten.
    Bei einer längerfristigen Vitamin-D-Überdosierung sind schwerwiegender. Überschüssiges Kalzium kann sich in Blutgefäßen und Nieren ablagern und zu ernsthaften Nierenerkrankungen führen. Die Symptome reichen in schweren Fällen von Nierensteinen bis hin zu Nierenversagen.
  • Verarbeitung: entfällt
  • Hinweis: Darauf achten, dass es sich bei der Supplementierung um Vitamin D3 handelt.

Vitamin E

  • Funktion: Antioxidativer Wirkung.
  • Quelle: Pflanzliche Öle (Sanddornfruchtfleischöl, Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl), aber auch Weizenkorn (wird bei der Keimung verbraucht), Nüsse und Samen. Synthetisch hergestelltes Vitamin E (Vitamin-E-Acetat) hat KEINE antioxidativen Eigenschaften, es kann aber im Körper im Umfang von bis zu 50 % in natürliches Vitamin E umgewandelt werden.
  • Bedarf: Als Empfehlung für die Zufuhr werden 10 mg pro Tag genannt.  Manche Quellen geben eine Zufuhr von 20 bis 35 mg pro Tag an, um eine schützende Wirkung zu erzielen. Eine schädigende Wirkung wird ab Dosierungen von +300 mg pro Tag angegeben.
    Eine ausreichende Versorgung ist in Europa aufgrund der guten körperlichen Speicherungsfähigkeit über eine ausgewogene Ernährung sichergestellt. Eine Unterversorgung kann meist nur über Krankheiten entstehen.
  • Symptome bei Mangel: Trockene, faltige Haut, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit sowie schlecht heilende Wunden.
  • Symptome bei Überdosierung: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Muskelkoordinationsstörungen, Doppelbilder, Hautschäden.
  • Verarbeitung: Relativ stabil gegen Hitze. Jedoch erhält schonendes Garen mehr Vitamin E. Kochverluste 15 %−60 %.
  • Hinweise:

Vitamin K

  • Funktion: Blutgerinnung, Knochenstoffwechsel (insbesondere K2), reguliert das Zellwachstum (K1, K2), Einfluss auf die Gefäßverkalkung (K2), essenzielle Funktion als Elektronentransporter in den Mitochondrien (K2). 
  • Quelle: Vor allem grünes Blattgemüse (Grünkohl,Spinat, Blattsalat), Rosenkohl, Kichererbsen, Brokkoli und Avocado, fette Milchprodukte, Eigelb und Fleisch (Innereien, Muskelfleisch).

    Bei einer ausgewogenen Ernährung sind Mangelerscheinungen in Europa selten und zumeist auf Erkrankungen zurückzuführen (meist der Bauchspeicheldrüse, die nicht genügend Enzyme zur Fettresorption produziert).

  • Bedarf: Die DGE empfiehlt Frauen eine  Aufnahme von ca. 65 µg täglich, Männern von ca. 80 µg. Diese Mengen genügen jedoch nur für die Gerinnungsfaktoren in der Leber zu aktivieren, nicht jedoch für die darüber hinausgehenden Funktionen.
  • Symptome bei Mangel: Treten so gut wie nie auf, außer bei bestimmten Medikamenten oder Krankheiten.
  • Symptome bei Überdosierung: Eine Überdosierung von Vitamin K1 und K2 ist nicht toxisch (außer bei Säuglingen).
  • Verarbeitung: Sehr hitzebeständig, zersetzt sich jedoch unter Lichteinfluss sehr schnell. Daher dunkel und kühl lagern.
  • Hinweis: Darauf achten, dass Vitamin K2 bei der Supplementierung als MK7 All-Trans vorliegt.

Fazit

Das Thema rund um die Vitamine ist sehr komplex. Sie erfüllen wichtigste Funktionen im menschlichen Körper und eine Unterversorgung oder eine Überdosierung kann weitreichenden Einfluss auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden haben.

Wenn Sie vermuten, ein Problem bei Ihrer Vitaminversorgung zu haben, sprechen Sie mit ihrem Arzt und lassen den Vitaminspiegel bestimmen. So kann man zielgerichtet agieren und die Probleme nachhaltig lösen.

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